Insekten und Frost – Brauchen wir Kälte?

Schneckeneier, die in der Erde abgelegt sind, im Winter freilegen, hier von einer Nacktschnecke. Insekten können den Winter überleben.© Manfred Pantförder

Jeden Winter neu wird darüber spekuliert, wie sich Mücken, Wespen, Käfer, Schnecken, Obstwickler und andere Insekten wohl im folgenden Frühjahr und Sommer entwickeln werden. Reicht der Frost und dezimiert sogenannte Schädlinge – oder nicht?



Wo liegen Eier oder Larven von Insekten verborgen? Vor allem die Obstwickler können lästig werden. Langer, anhaltender Frost ist nicht in jedem Winter zu erwarten. Das muss aber nicht heißen, dass Insekten sich bei ersten Sonnenstrahlen wieder massenhaft vermehren und dann über Mensch und Garten herfallen. Warum eigentlich nicht?

Insekten fallen in Kältestarre

Die meisten Insekten beziehungsweise deren Eier oder Larven haben auch bei eisigen Temperaturen ohnehin einen Unterschlupf, der sie schützt. Das ist, wie bei Käfern oder auch Zecken, eine tiefere Schicht im Erdboden.
Oder, wie beim Obstwickler etwa, in Ritzen der Baumrinde. Außerdem können Insekten in eine Kältestarre fallen, ohne Schaden zu nehmen. Also muss die Enttäuschung über ausbleibenden Frost aus dieser Sicht heraus nicht allzu groß sein.

Wo Insekten überwintern

Oft ist die Rede von Mücken, die durch Frost dezimiert würden. Die Eier der Plagegeister liegen allerdings im Schlamm von Gewässern, wo sie meist überwintern. Es sei denn: Das Gewässer friert tatsächlich bis auf den Boden.

Mildes, feuchtes Wetter günstig

Frost ist demnach keine große Hoffnung. Es ist sogar günstig, wenn der Winter mild ist, besonders wenn er noch feucht dazu sein sollte. Denn dann, sagen Förster, würden Insekten sogar eher dezimiert, und zwar durch Pilzbefall. Die Eier oder Larven verschimmelten quasi. Aussagen über künftigen Schädlingsbefall ließen sich allein mit Blick auf Frost also nicht treffen.

Frost bedroht Bienen

Eisige und lange Kälte macht allerdings Bienen schwer zu schaffen. Die Völker verharren im Stock dicht bei dicht in einer Traube und wärmen sich durch Muskelbewegung, durch anhaltendes Zittern. Das aber setzt voraus, dass der Stock einigermaßen geschützt ist und dass das Volk groß ist. Beides ist in der freien Natur aber meist nicht der Fall, sodass viele kleinere Völker in langen Wintern auch an Kälte oder damit verbundenem Futtermangel sterben.



Auch deshalb ist es sehr wichtig, dass ausreichend Imker ihre Fürsorge für Bienenvölker betreiben. Mit guten Holzkästen und Styropor helfen sie nach. Auch das ist ein bedeutender Naturschutz. Ein kleiner Lohn ist dann der Honig.

Garaus für Schnecken

Und die Schneckeneier der gefräßigen Nacktschnecken, die man auch im Winter unter manchem Holzstück finden kann? Derartige Verstecke sollten nicht in den Beeten liegen. Durch Freilegen und damit dem Frost aussetzen werden Schneckeneier dezimiert. Nachhelfen kann man noch, indem die obere Erdschicht im Winter leicht bearbeitet wird. Aber: Vorsichtig und nicht tief, damit nützliche Organismen im Boden nicht zerstört werden. Also kein grobes Umgraben.

Autor: Manfred Pantförder

Redakteur

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