Brombeere mit oder doch besser ohne Stachel?

Brombeere Theodor Reimers

Sie ist eine kleine Wilde, die Brombeere. Dass nur eine stachelige für den Garten in Frage kam, war klar.

Brombeere ohne spitze Stacheln? Undenkbar. Im Wald wachsen schließlich auch die stacheligen Ranken, kreuz und quer und undurchdringlich. Wer an die schwarzen Früchte kommen will, muss vorsichtig sein. Feine Spieße in der Haut sind ein hoher Preis, denn sie entzünden sich leicht.

Brombeere Theodor Reimers

Inzwischen habe ich schon manches Mal gezweifelt, ob es richtig war, sich für die biestige Sorte „Theodor Reimers“ entschieden zu haben. Auch nun wieder zur Erntezeit. An den Seitentrieben der eckigen, dicken Ranken hängen die prallen schwarzen Beeren. Beim Genuss der Früchte dann wird klar: Die Wahl der Pflanze war gut, denn das Aroma dieser alten Sorte ist kräftig.

„Theodor Reimers“ ist robust und genügsam. Kompost und Mulch unter die Pflanzen, damit sie immer leicht feucht stehen, ist alles, was diese Brombeere braucht.

Panna Cotta mit Brombeere

Vollreife Brombeeren schmecken pur am besten. Ansonsten passen einige Früchte auch mit Öl und Balsamicoessig in ein Salatdressing. Oder noch besser: Brombeeren mäßig zuckern und erhitzen (nicht kochen), zerdrücken oder vorsichtig pürieren, durch ein feines Sieb geben, damit die Samen zurückbleiben. Saft etwas eindicken, mit Agar-Agar oder Gelatine, und dann als schwarze Fruchtsoße zur weißen Panna Cotta geben. Das sieht gut aus – und schmeckt köstlich süß-säuerlich.

Brombeeren und Beerenwanzen

Hin und wieder schmeckte eine Brombeere muffig, was ich stets seltsam fand. Ich assoziierte dann immer Schimmel. Der ist jedoch meist auch zu sehen.



Das Muffige war offenbar jeweils die Spur der Beerenwanze, die an Beeren, auch an Himbeeren und Johannisbeeren, saugt und dabei Speichel hinterlässt. Das ist zwar nicht gefährlich und beschränkt sich eher auf einige Beeren.

Der Geschmack ist allerdings so widerlich, dass mir der Reiz, weitere Beeren zu essen, in dem Moment vergeht. Denn mit dem Auge ist bei schwarzen Brombeeren kaum zu erkennen, ob sich daran bereits eine Beerenwanze zu schaffen gemacht hatte.

Autor: Manfred Pantförder

Redakteur

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